Stövchen zur Oxalsäure-Verdampfung mit Teelichten
Das Verdampferstövchen besteht aus einem Gestell und einem in der Höhe verstellbaren Bodengitter aus Edelstahl.
Auf dieses Bodengitter wird ein Teelichtbecher aus Aluminium gestellt. In diesen Teelichtbecher werden 2 Gramm Oxalsäure-Dihydrat eingefüllt.
Das so vorbereitete Stövchen wird über ein, auf einer unbrennbaren Unterlage stehendes, brennendes Teelicht gestellt.
Die geringe Masse aller Bauteile führt dazu, dass die von dem Teelicht produzierte Wärme weitgehend zur Verdampfung
des Oxalsäuredihydrats zur Verfügung steht und dieses damit gut verdampft.
Es wird empfohlen, die eingestellte Höhe des Gitterbodens außerhalb eines Bienenstocks und ohne Oxalsäuredihydrat auf die richtige Höhe zu überprüfen.
Die Höhe sollte so eingestellt werden, dass die Flammenspitze des Teelichtes den Gitterboden nicht berührt. Sonst bildet sich Ruß. Dieses ist zu vermeiden.
Eine Höhe von 35 bis 40 mm hat sich mit den Teelichten, mit denen die Versuche gemacht wurden bewährt.
Da der Brennstoff der Teelichte unterschiedlich ist, sollte die Höheneinstellung trotzdem überprüft werden.
Ein leichte bräunliche Färbung des Edelstahles im Bereich der maximalen Erwärmung ist unproblematisch,
hierbei handelt es sich nicht um Ruß, sondern um eine sogennannte Anlassfarbe, die sich bildet, wenn Stahl erwärmt wird.
Der Lieferumfang ist nur das Verdampferstövchen aus Edelstahl und ein Teelichtbecher aus Aluminium.
Der auf dem Foto gezeigte Untersatz kann preiswert bei uns (Art.-Nr. A4818) oder in einem Baumarkt gekauft werden.
Sie benötigen noch ein Armierungsgewebe. Bei den Imkern im Ausland hat sich z.B. Propolis Gitter sehr gut bewährt.
Man kann Oxalsäuretabeltten oder auch Oxalsäurepulver benutzen.
Als Teelichte haben sich Teelichte aus der Drogerie Rossmann als optimal heraus gestellt.
Der Teelichtbecher aus Aluminium wird nach einiger Zeit vom Oxalsäure-Dihydrat angegriffen,
ist deshalb nur eine begrenzte Zeit haltbar und muss ausgetauscht werden.
Anwendung der Verdampferstövchen (in Deutschland lt. Gesetz verboten)
Arbeiten Sie unbedingt mit einer angemessenen persönlichen Schutzausrüstung (Handschuhe, Atemschutzmaske, Schutzbrille usw.)
Stellen sie sicher, dass sich nur Personen im Gefahrenbereich befinden, die über die Gefahren informiert und in der Lage sind,
diesen körperlich und geistig angemessen zu begegnen (vor allem Vorsicht mit Kindern!)
Halten sie Wasser bereit um gegebenenfalls Oxalsäure abspülen zu können.
Achten Sie auf die Brandgefahr!
Beachten Sie die in den Ländern unterschiedlichen Vorschriften bezüglich der Oxalsäure-Sublimation zur Varroabehandlung der Bienen.
Unsere Informationen basieren auf Erfahrungswerten.
Da bei der Varroabekämpfung mittels der Oxalsäureverdampfung und der Anwendung der Verdampferstövchen viele Faktoren mitspielen,
auf die wir keinen Einfluss haben und die wir nicht kontrollieren können, lehnen wir jegliche Haftung
insbesondere bezüglich Imkergesundheit, Bienenschäden oder Brandschäden ab.
Die Anwendungshinweise beziehen sich auf Magazinbeuten aus Holz.
Bei Kunststoff / Schaumstoffbeuten muss vor der Anwendung geprüft werden, ob der Innendeckel die Temperatur aushält.
Bei unseren Taunus - Zander Beuten und unseren Segeberger Beuten gab es mit den Rossmann Teelichtern und den Stövchen in Verbindung mit
dem Keramik Untersetzer und Wasser, keinerlei Probleme.
U. U. muss statt des Schaumstoffdeckels mit einer provisorischen, aber dicht abschließenden Abdeckung aus Holz oder Blech gearbeitet werden.
Bei Trogbeuten muss durch konstruktive Maßnahmen ein Verdampferraum geschaffen werden, der bienendicht aber Oxalsäure-Dampf durchlässig die gleichmäßige Bedampfung der bienenbesetzten Waben ermöglicht (prov. Aufssatzzarge mit Deckel).
Die Verdampfung erfolgt in einer Leerzarge über der obersten Brutzarge.
Diese Zarge muss mindestens 200 mm hoch sein. Bei niedrigeren Zargen eventuell 2 Stück verwenden.
Der Boden der Beute muss geschlossen sein (Varroaschieber/Windel),
das Flugloch bleibt offen.
Nur wenn das Flugloch wie z. B. bei Ablegern üblich, sehr klein ist, sollte der Varroaschieber etwa 1 cm zurückgezogen werden, um eine ausreichende Frischluftzufuhr sicherzustellen.
Auf die Oberträger der obersten Brutzarge wird ein Gitter gelegt.
Dazu eignet sich z. B. Armierungsgewebe für die Anwendung im Außenbereich.
Dieses kostet im Baumarkt pro Rolle 10m lang / 1m breit etwa € 20,-.
Das Armierungsgewebe wird mit einer Schere so zugeschnitten, dass es die obere Brutzarge bienendicht abdeckt.
Selbstverständlich ist auch ein Gitter aus anderem Material geeignet, wenn es die nötige Durchlässigkeit für das Oxalsäuresublimat aufweist
und die Bienen sicher absperrt.
Gut bewährt hat sich auch ein Propolis Gitter, das von den Bienen nicht angefressen wird und dadurch noch mehr Sicherheit bietet.
Auf dieses Gitter wird die Leerzarge aufgesetzt.

In die Leerzarge auf das Armierungsgewebe wird der Untersatz des Stövchens,dazu eignet sich z. B. ein hitzebeständiger Blumentopf-Untersetzer aus Keramik - siehe Bild und daneben das Stövchen gestellt.

Dann wird der Untersatz mit einem Teelicht bestückt und mit Wasser, mindestens bis zur halben Höhe des Teelichtes aufgefüllt. Das Wasser ist unbedingt notwendig, es dient dazu, eine Überhitzung des Brennmaterials im Teelicht zu vermeiden.
Eine Überhitzung des Brennmaterials hätte eine verstärkte Flammenbildung zur Folge. (Brandschutz)
Dann wird das Stövchen mit ca. 2 gr. Oxalsäuredihydrat bestückt. Ob Tabletten oder Pulver verwendet wird, ist unerheblich. Das Stövchen wird neben den Untersetzer gestellt.
Auf diese Weise alle Beuten des Standes vorbereiten.
Dann die Windrichtung prüfen und an der windabgewandten Seite des Standes beginnen die Teelichte anzuzünden.
Dabei Teelicht anzünden, Stövchen über das Teelicht setzen, kurze Sichtprüfung, ob das Teelicht brennt. Innendeckel, Außendeckel und gegebenefalls Beschwerungsstein auflegen.
Bei der nächsten Beute genauso vorgehen.
Dabei zügig immer gegen den Wind arbeiten.
Wenn der Arbeitsablauf in der beschriebenen Weise erfolgt, ist der Imker schon ein Stück weit von den Beuten entfernt, bei denen die Sublimation im Gange ist und u. U. Sublimat aus der Beute austritt.
Die Gefahr für Gesundheitsschäden durch das Sublimat ist somit erheblich reduziert.
Windstille und ein Stabfeuerzeug erleichtern die Arbeit.
Nach einer gewissen Einarbeitung liegt der Zeitaufwand pro Volk
im Bereich einzelner Minuten.
Es empfiehlt sich, die Teelichte ausbrennen zu lassen und nicht mehrfach zu verwenden.
Wenn die Völker erst am darauffolgenden Tag geöffnet werden, hat sich das Sublimat weitgehend niedergeschlagen. Es muss aber auf die Sublimatniederschläge geachtet werden.
Wir empfehlen, die Beute mindestens 3 Tage nicht zu öffnen !
Diese Niederschläge bilden sich bevorzugt am Innendeckel über dem Stövchen und als Flocken über dem Gitter. Diese Oxalsäureniederschläge vermindern nicht die Wirkung im Bienenvolk.
Es ist ausreichend wenn von den 2 g Oxalsäure 10 bis 20 % im Volk ankommt.
Es kann vorkommen, dass ein Teelicht nicht richtig brennt oder vorzeitig ausgeht.
Dann ist das Oxalsäuredihydrat nicht verdampft ist. In diesem Fall wird der Bedampfungsvorgang mit einem neuen Teelicht wiederholt.
Wenn dieses bei einer Blockbehandlung auftritt, wird diese einfach um einen Takt erweitert.
Da die Teelichte unterschiedlich sind, empfiehlt es sich, vor dem Kauf einer größeren Menge zu testen, ob die Teelichte eine brauchbare Flamme erzeugen. Es gibt Teelichte, die nur ein sehr kleines Flämmchen erzeugen, diese sind zur Oxalsäureverdampfung weniger geeignet. (Wir empfehlen aus Erfahrung die Teelichte von Rossmann)
!!!!! Außerdem verändern die Teelichte nach einiger Zeit ihr Brennverhalten. Fast immer sind die nach der Saison übrigbleibenden Restbestände im Folgejahr nicht mehr optimal !!!!!
Sparen Sie hier nicht an der falschen Stelle.
Erfahrungsgemäß verdampfen ca. 2 g Oxalsäuredihydrat ohne nennenswerte Bildung von Resublimat.
Bei größeren Mengen kann sich Resublimat bilden.
Dieses sieht aus wie Lockerschnee.
Die Verdampfung ist in diesem Fall trotz der Resublimatbildung wirkungsvoll.
Da davon ausgegangen werden kann, dass der größte Teil des Oxalsäuredihydrates verdampft ist.
Es muss aber geprüft werden, ob es sich wirklich um das lockere feinkristalline Resublimat oder das eher körnige grobkristalline Oxalsäuredihydrat handelt.
Wenn dieses vorliegt, hat die Verdampfung nicht funktioniert und sollte wiederholt werden.
Wetter und Temperatur:
Die Sommerbehandlung sollte an einem kühlen Tag oder am Abend nach weitgehender Beendigung des Bienenfluges durchgeführt werden.
Die Bedampfung im Herbst und Winter ist nach unserer Erfahrung dann am erfolgreichsten, wenn es einerseits so kalt ist, dass nur wenige Bienen fliegen, andererseits sollte es so warm sein, dass die Wintertraube nicht völlig kompakt sitzt. Der Oxalsäuredampf sollte alle Bienen, nicht nur die Außenbienen der Wintertraube erreichen. Durch die Wärme des Teelichtes lockert sich die Wintertraube etwas auf.
Günstig ist eine Temperatur mit wenigen + Graden und keinem Sonnenschein. Wenn die Temperatur noch so hoch ist, dass erheblicher Bienenflug stattfindet, sollte die Behandlung am Abend nach dessen Beendigung stattfinden.
Beim Entfernen der mit Oxalsäure kontaminierten Ausrüstungsteile nach Abschluss der Behandlung ist darauf zu achten, dass ein Transportbehältnis zur Verfügung steht, in dem die Teile sicher transportiert werden können. Die Oxalsäure kann mit Wasser abgewaschen werden.